Das The Good Food-Team. Heute: Eva

Etwa 80 Ehrenamtliche engagieren sich bei The Good Food. Hier könnt ihr uns besser kennenlernen: Im Blog stellen wir euch in loser Folge Mitglieder unseres Teams vor.

Diesmal haben wir mit Eva gesprochen. Sie studiert Soziale Arbeit und macht bei The Good Food regelmäßig Dienst im Ehrenfelder Laden. Oft arbeitet sie dabei auch neue Teammitglieder ein. Im Interview erzählt sie, warum sie Teil von The Good Food ist und was sie dabei erlebt.

Seit wann bis du Teil des Teams und wie kam es dazu?

Ich bin 2018 nach Köln-Bickendorf gezogen, habe bald den The-Good-Food-Laden entdeckt und angefangen, dort einzukaufen. Das Konzept fand ich gleich cool, und als ich Anfang 2019 auf Instagram gelesen habe, dass Erntehelfer gesucht werden, hab ich mich gemeldet. Davor hatte ich schon in den Semesterferien auf einem Biobauernhof gearbeitet, deshalb passte es sehr gut.

Inzwischen ist es wegen der Uni zeitlich besser für mich, Ladendienst zu machen. Die Schichten sind hier kürzer, und da ich um die Ecke vom Laden wohne, brauche ich auch nicht lange für den Weg. Die Arbeit dort macht mir super viel Spaß – der Kontakt mit den Kundinnen, die Kommunikation. Ich sehe den Laden auch als einen Treffpunkt, und ich mag die Gemeinschaft: die Gemeinschaft im Team und die der Kunden, beides trägt sich gegenseitig.

Wie erlebst du den Kontakt mit den Kunden?

Man kommt sehr leicht ins Gespräch. Zum Beispiel hatte ich letztens ein Buch dabei, und ein Kunde hat mich darauf angesprochen. Wir haben uns dann lange über dieses Buch unterhalten. Mit anderen Kunden habe ich schon übers Gärtnern gesprochen und super Tipps erhalten.

Außerdem ist man auch eine Art Informationsträger. Gerade wenn Kunden das erste Mal in den Laden kommen, wissen sie oft noch nicht, in welchem Ausmaß jeden Tag Lebensmittel verschwendet werden. Dann kann ich ihnen das Thema im Gespräch näherbringen. Auch meine Freunde sind übrigens oft überrascht, dass man locker ein großes Lager und einen Laden – jetzt ja sogar schon mehrere Läden – mit Lebensmitteln füllen kann, die sonst weggeworfen werden.

Früher habe ich in der Gastronomie und im konventionellen Einzelhandel gejobbt, da war das Verhältnis zu den Kundeninnen längst nicht so eng. Vielleicht hat es damit zu tun, dass wir bei The Good Food ehrenamtlich arbeiten, keine wirklichen Hierarchien haben und dass der Laden so nachbarschaftlich gestaltet ist, eine echte Ehrenfelder Institution. Klar ist: Im Ehrenamt arbeiten die Menschen aus Begeisterung für die Sache, und das merkt man auch.

Wie hat sich der Ladendienst in der Corona-Zeit verändert?

Natürlich ist es durch die Sicherheitsmaßnahmen insgesamt ruhiger. Sonst ist oft viel Trubel, aber im Moment können immer nur ein Kunde und ein Teammitglied gleichzeitig im Laden sein. Da ist dann auch die Stimmung etwas anders, wie ja überall zurzeit.

Es klappt aber prima. Dank Social Media sind alle gut informiert, und so konnten die Neuerungen schnell umgesetzt werden. Daran sieht man auch, wie flexibel das Team ist. Und auch die Kunden: Die Leute stehen Schlange, sind geduldig, tragen Masken und sind wirklich verständnisvoll.

Du arbeitest regelmäßig Neue in den Ladendienst ein …

Ja, das mache ich sehr gerne, und es war bisher immer eine positive Erfahrung. Es ist schön zu sehen, wie motiviert alle sind, wie schnell sie Verantwortung übernehmen und die Idee von The Good Food weitertragen. Mir fällt immer auf, wie viele das sind. Ich habe in wenigen Monaten mehr als 10 Einarbeitungen gemacht. Immer wieder melden sich neue Interessenten bei uns, auch Kunden fragen oft, ob sie mitmachen können.

Mich beeindruckt, wie sehr wir in drei Jahren gewachsen sind, auch wie viel mediale Aufmerksamkeit wir bekommen. Zum Beispiel stehen regelmäßig Fernsehteams im Laden. Es waren auch schon zweimal Studentinnen da, die das Konzept von The Good Food in wissenschaftlichen Arbeiten thematisiert haben. Eine von ihnen hat dafür sogar eine Zeit lang bei uns mitgearbeitet.

Schön finde ich auch, dass ich im Team mit so vielen verschiedenen Menschen zusammenkomme. Ganz anders als zum Beispiel in meiner WG, in der alle in einer ähnlichen Situation und einem ähnlichen Lebensabschnitt sind.

Was wünschst du dir in Bezug auf die Lebensmittelverschwendung?

Ich finde es toll, was wir bei The Good Food machen und bewegen. Und gleichzeitig sehe ich, dass immer noch viel zu viel weggeworfen wird, und wie wichtig es deshalb ist, dranzubleiben. Es dürfte gar nicht so viel Müll geben. Vielleicht wird in ein paar Jahren auch in größeren Strukturen etwas dagegen getan, zum Beispiel mit einem Gesetz, das es Supermärkten verbietet, wertvolle Lebensmittel wegzuwerfen. Das hoffe ich sehr.

Und womit verbringst du sonst gerne deine Zeit?

Ich studiere Soziale Arbeit, das nimmt die meiste Zeit ein. Sonst mache ich Sport und Yoga oder tanze, spiele Gitarre oder Klavier. Und ich bin total gerne draußen.

Eva füllt die Regale im Ehrenfelder Laden mit frisch gerettetem Gemüse.
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