Lifehack: Rosinen-Hefe-Wasser selbst machen

Hefe-Wasser

 

Dieser Rezeptbeitrag kommt von The Good Food-Teammitglied Christian. Er zeigt, wie ihr aus getrockneten Früchten Hefe-Wasser herstellt, das sich u.a. zu leckeren Erfrischungsgetränken, zu Brot oder zu Essig weiterverarbeiten lässt. Zu Verwendungsmöglichkeiten wird es noch einen weiteren Post geben. Hier erst einmal Christians verblüffend einfache Anleitung für das Hefewasser:

Okay, heute haben wir ein eher ungewöhnliches Rezept für euch parat. Ich will es eigentlich gar nicht „Rezept“ nennen. Vielleicht „Lifehack“?!

Jedenfalls, habt ihr euch schon mal gefragt, was man so alles mit Rosinen und anderen getrockneten Früchten machen kann? Klar, Rosinenbrötchen, Rosinenschnecken … Zahllose Variationen an leckeren Hefegebäcken kommen einem sofort in den Sinn. Oder auch leckere Müsli-Mischungen. Experimentierfreudigere suchen eine Verwendung in herzhafteren Gerichten (Basmatireis und Rosinen kann ich nur empfehlen!), andere sind eher puristisch und snacken die Früchte einfach so. Studentenfutter anyone?

Doch wo wir gerade schon beim Stichwort „Hefe“ waren: Wusstet ihr, dass man mit Rosinen seine eigene lebendige Hefe-Kultur züchten kann? Hätte uns das mal jemand im April 2020 erzählt … Und es ist wirklich so einfach, dass es mir fast peinlich ist, einen ganzen Post dazu zu schreiben. Man braucht wirklich nur:Zutaten

  • Rosinen
  • Wasser
  • ein sterilisiertes Glas (Wirklich, das ist sehr wichtig! Es muss blitzeblank und steril sein, mehr dazu unten.)

Gut, und etwas mehr Geduld als gewöhnlich. Alles was ihr nun tun müsst, ist die Rosinen mit Wasser übergießen, umrühren und warten – bis zu fünf Tage. In der Zwischenzeit müsst ihr aber das Wasser täglich einmal mit einem Holzstab umrühren. Damit verhindert ihr, dass sich böse Schimmelpilze an der Oberfläche durchsetzen. Böse, das sind flauschige und farbige, dann heißt es leider entsorgen.

Es kann sein, dass sich in der Zeit ein milchiger Film auf der Oberfläche bildet. Der sieht zwar nicht appetitlich aus, ist aber unbedenklich. Es handelt sich dabei um Kahmhefe, einen wilden Hefestamm. Den kann man einfach mit einem Löffel so gut es geht abschaben und den Rest versuchen wieder unterzurühren.

Um zu verstehen, warum das funktioniert, muss man wissen, dass sich überall um uns herum kleine Mikroorganismen tummeln, auch auf den Oberflächen von Obst und Gemüse. Einige von denen haben wir Menschen uns zu Nutze gemacht, da wären u.a. die Milchsäurebakterien und eben besagte Hefe. Beide arbeiten am liebsten unter Sauerstoffausschluss, d.h. wir brauchen unser Glas lediglich zuzuschrauben. (Kenner der französischen Sprache könnte es vielleicht aufgefallen sein, dass „fermentieren“ ähnlich klingt wie „fermer“, was „schließen“ bedeutet. So als kleine Eselsbrücke.) Im Wasser fühlt sich die Hefe dann wohl und findet in den mit Zucker vollgepackten Rosinen genug Nahrung um, um sich fröhlich zu vermehren.

Weintrauben und Hefe, da war ja was. Aaaber: Trauben sind ja nicht die einzigen Früchte, die wir in vergorener Form kennen, und so kann man eine Hefekultur theoretisch mit jeder anderen getrockneten Frucht heranzüchten. Einige von euch kennen und lieben unsere getrockneten Mangos. Und guess what? Es klappt auch damit! Meiner bescheidenen Meinung nach sogar besser.

Was ihr nun mit euren liebevoll aufgezogenen Hefe-Kulturen machen könnt, das verraten wir euch in einem anderen Post. 🙂

Ein Glas sterilisieren: So geht’s ganz einfach!

Ich nehme dafür immer kochendes Wasser und etwas Backnatron oder Waschsoda. Einfach einen halben bis ganzen Teelöffel Natron ins Glas geben, dann kochendes Wasser rein, Deckel drauf und abkühlen lassen. Den Deckel kann man vorher auch mit heißem Wasser einmal in der Innenseite abspülen.

 

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